Etwa 1,6 Kilometer liegen zwischen der Haltestelle Gonzenheim und dem Bahnhof Bad Homburg. Einen Schwerpunkt der Arbeiten bildet dabei der Bau des etwa 350 Meter langen Tunnels. Vor allem entlang der Frankfurter Landstraße kommt es zu temporären Eingriffen in den Straßenverkehr. Derzeitige Planungen sehen vor, die Frankfurter Landstraße weitestgehend in eine Richtung offen zu halten. Für die Gegenrichtung werden groß- und kleinräumige Umleitungsstraßen ausgewiesen. Über die gesamte Länge der Bauarbeiten bleibt Gonzenheim an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Dazu sind die Bauarbeiten „im laufenden Betrieb“ geplant. Während der gesamten Bauzeit sind die Grundstücke für Anwohner sowie für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge zu erreichen. Dafür werden an den notwendigen Stellen Behelfsfahrbahnen eingerichtet.

Die Hauptbauarbeiten gliedern sich dabei in drei wesentliche Abschnitte – an einzelnen Anlagenteilen der unterschiedlichen Abschnitte wird dabei zeitgleich gearbeitet.

1. Bauabschnitt: Gonzenheim – Frankfurter Landstraße

Stadtkarte und Liniennetz mit Standort des ersten Bauabschnittes der U2-Verlängerung an der Haltestelle Gonzenheim
Umgebung Bauabschnitt 1: Gonzenheim – Frankfurter Landstraße

In diesem Bauabschnitt wird der Tunnelabschnitt auf der Höhe der Gotenstraße hergestellt. Zudem wird das Trogbauwerk als Einfahrt in den Tunnel errichtet. Einzelne Baumaßnahmen, wie etwa der Gleisbau, erfolgen unterirdisch innerhalb des Tunnels. Dadurch kann die Frankfurter Landstraße oberirdisch wieder für den Autoverkehr genutzt werden. Die Einrichtung der unterirdischen Bahnstation in Gonzenheim erfolgt im letzten Schritt.

2. Bauabschnitt: Kreuzung Frankfurter Landstraße – Station Gonzenheim

Stadtkarte und Liniennetz mit Standort des zweiten Bauabschnittes der U2-Verlängerung unterhalb der Frankfurter Landstraße
Umgebung Bauabschnitt 2: Kreuzung Frankfurter Landstraße – Station Gonzenheim

In diesem Bauabschnitt kreuzt die geplante U-Bahn im Tunnel die Frankfurter Landstraße sowie die auf einer Brücke geführte S-Bahn. Dabei erfolgt die Umsetzung in „Deckelbauweise“. Der oberhalb des Tunnels liegende Deckel wird bereits zu einem frühen Zeitpunkt fertiggestellt, sodass die Straße fortan wieder genutzt werden kann. Der Kreisverkehrsplatz wird an der Frankfurter Landstraße auf der Höhe der Gotenstraße hergestellt. Nach Beendigung der Bauarbeiten verbessert sich so auch die Straßenverkehrsführung. Zugleich reduziert sie die Lärmbelastung für die Umgebung. Anschließend wird schrittweise innerhalb des Tunnels gebaut.

3. Bauabschnitt: Trog Erlenweg - Hessenring

Stadtkarte und Liniennetz mit Standort des dritten Bauabschnittes der U2-Verlängerung beim Gleisbau
Umgebung Bauabschnitt 3: Trog Erlenweg - Hessenring

Im diesem Bauabschnitt wird die U-Bahn wieder an die Oberfläche geführt. Das dazu notwendige Trogbauwerk entsteht am Erlenweg. Zudem werden Brücken über den Dornbach, die Lange Meile und den Hessenring errichtet. Zuletzt werden die Gleise gelegt, die die Streckenabschnitte miteinander zu verbinden.

Baustelle U2: Schutz von Anwohnern und Umwelt

Beim Bau von Infrastrukturprojekten gelten strenge gesetzliche Vorgaben zum Schutz von Mensch und Umwelt. Bevor mit der ersten Baumaßnahme begonnen werden kann, müssen die Maßnahmen zur Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte festgelegt werden. Welche Maßnahmen konkret notwendig sind, wird im Rahmen der weiterführenden Planung ausgearbeitet.

  • Lärmschutz: Zur Reduzierung des Baulärms dürfen nur lärmarme Baumaschinen und -fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die Durchführung von lärmintensiven Baumaßnahmen ist zudem in Ruhezeiten sowie an Wochenenden und an Feiertagen ausgeschlossen. Zur Überwachung der gesetzlichen Vorgaben wird ein Sachverständiger eingesetzt.
  • Luftqualität: Im Zuge der Baumaßnahmen dürfen nur schadstoffarme Fahrzeuge und Maschinen zum Einsatz kommen. Maßnahmen wie etwa LKW-Radwaschanlagen oder die Befeuchtung von offenem Bodenmaterial beugen darüber hinaus einer übermäßigen Staubentwicklung im Umfeld der Baustelle sowie einer Verschleppung auf die Straßen vor.
  • Erschütterungen: Es werden nur erschütterungsarme Bauverfahren und -maschinen genutzt. Schäden an der Bausubstanz durch baubedingte Vibrationen und Erschütterungen können so weitgehend ausgeschlossen werden. Trotzdem wird ein Beweissicherungsverfahren vor Beginn der Bauarbeiten bei allen Grundstücken im möglichen Einwirkungsbereich durchgeführt. Sollten Anwohner Schäden an der Bausubstanz ihrer Grundstücke feststellen, haben sie die Möglichkeit diese zu melden und durch einen neutralen Gutachter prüfen zu lassen. Die Kosten des Verfahrens trägt die Stadt Bad Homburg.
  • Schutz des Grundwassers: Im Zuge der Bauarbeiten sind zeitlich befristete Grundwassererhaltungsmaßnahmen erforderlich. Durch die geplanten Maßnahmen bewegt sich die Grundwasserabsenkung überwiegend im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite. Sowohl im Vorfeld als auch im Nachgang der Bauarbeiten wird ein Grundwassermonitoring durchgeführt und das geförderte Rein- und Rohwasser chemisch-analytisch überwacht. Ebenso wird dafür Sorge getragen, dass alle Grenzwerte zum Heil- und Trinkwasserschutz eingehalten werden.
  • Naturschutz: Durch Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen werden die Eingriffe in die Tier- und Pflanzenwelt so weit wie möglich reduziert. Besondere Berücksichtigung finden dabei Vogelarten unter Artenschutz. Während der Bauzeit ist sichergestellt, dass die Vögel bei der Suche nach Nahrung problemlos die betroffenen Brücken passieren kann und anschließend, dass die von den Baumaßnahmen betroffene Lebensräume wiederhergestellt werden. Als weitere Ausgleichsmaßnahmen sind zum Beispiel die Anbringung von künstlichen Nist- und Quartierhilfen für Fledermäuse sowie die Neuanpflanzung von Bäumen in Ufergebieten entlang des Dornbachs möglich.
  • Schutz bei Starkregen: Durch den voranschreitenden Klimawandel kann es in Zukunft zu einer Häufung von Starkregenereignissen kommen. Im Rahmen der Ausführungsplanung wird dafür Sorge getragen, dass der größtmögliche Schutz sowohl beim Bau als auch beim späteren Betrieb des Tunnelabschnitts erreicht wird. Als mögliche Schutzmaßnahmen können beispielsweise Vorrichtungen an den Zu- und Ableitungen oder Schwellen an Treppenabgängen und Schienenzugängen dienen. Ebenso werden die notwendigen Vorkehrungen für mögliche Hochwasserereignisse getroffen.