Geplante Infrastrukturprojekte werden einer sogenannten Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) unterzogen. Anhand eines standardisierten Verfahrens des Bundesverkehrsministeriums wird geprüft, welche Veränderungen sich zukünftig durch den Bau des Vorhabens im Vergleich zur Beibehaltung der aktuellen Infrastruktur ergeben würden.


Untersucht werden zum Beispiel folgende Fragen:

  • Wie stark reduziert sich die Reisezeit für die Fahrgäste?
  • Hat das Vorhaben eine Verlagerungswirkung – steigen also mehr Menschen vom Auto auf die Bahn um?
  • Reduzieren sich durch die Maßnahme die Abgasemissionen?
  • Wie hoch sind die Personal- und Energiekosten bei der Betriebsführung?
  • Welche Unterhaltungskosten fallen für die geplante Strecke und die genutzten Fahrzeuge an?

Bei der NKU wird außerdem berücksichtigt, wie sich die Rahmenbedingungen, zum Beispiel die Einwohnerzahlen, das Verkehrsaufkommen und der Beschäftigungsstand, zukünftig entwickeln werden. Grundlage bilden dabei stets die aktuellsten Prognosedaten.

Ist in der Betrachtung der gesamtgesellschaftliche Nutzen größer als die relevanten Kosten, ist das Projekt förderfähig.

Nutzen-Kosten-Verhältnis der U2-Verlängerung

Grafik Nutzen der U2-Verlängerung im Vergleich zu den Kosten des Projekts
Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersuchung für die U2-Verlängerung

Die Nutzen-Kosten-Untersuchung für die U2-Verlängerung wurde im Jahr 2006 durch das Ingenieurbüro Verkehrsplanung Köhler und Taubmann GmbH vorgenommen und im Jahr 2009 nochmals aktualisiert. Der volkwirtschaftliche Nutzen ist demnach etwa doppelt so hoch wie die anfallenden Kosten.

Seit der Finalisierung der Untersuchung hat die Einwohnerentwicklung sowohl in Bad Homburg als auch in Frankfurt am Main die Erwartungen übertroffen. Durch das schnellere Wachstum der beiden Städte kann davon ausgegangen werden, dass sich die potenziellen Fahrgastzahlen und somit auch der Nutzen der U2-Verlängung weiter erhöht haben.

Kosten und Finanzierung der U2-Verlängerung

Die Verlängerung der U2 ist ein Vorhaben mit großer regionaler Bedeutung. Deswegen ist die Stadt Bad Homburg nicht alleine für die Finanzierung der Erstinvestitionen zuständig, sondern wird durch das Land Hessen wesentlich unterstützt. Das Land sagt dabei eine Förderquote der zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von 80 Prozent zu. Um größtmögliche Sicherheit zu den anfallenden Kosten zu gewinnen, ließ die Stadt Bad Homburg ihre Kostenberechnung nochmals durch ein externes Ingenieurbüro prüfen. Die bisherige Kostenberechnung nennt eine Gesamtsumme von 53,8 Millionen Euro. Das Gutachten kommt auf 55,2 Millionen Euro. Im ungünstigsten Fall, dem sogenannten Worst-Case-Szenario, entstehen laut der Prüfung Kosten von rund 65 Millionen Euro.

Aufgrund der hohen Förderquote durch das Land Hessen liegt der städtische Anteil im schlechtesten Falle bei 20,9 Millionen Euro und damit sogar zwei Millionen Euro niedriger als bisher angenommen. Die Finanzierung dieses Eigenanteils ist durch den städtischen Haushalt bereits gewährleistet. Es müssten keine neuen Schulden aufgenommen werden.

Kosten im Überblick

Gesamtsumme der Investitionskosten im Normalfall: 55,2 Millionen Euro
Kosten bei Eintritt aller Baukostenrisiken („Worst-Case“): 65 Millionen Euro
Übernahme der förderfähigen Kosten durch den Bund und das Land Hessen: 80 Prozent
Eigenanteil der Stadt Bad Homburg im schlechtesten Falle: 20, 9 Millionen Euro
Bereits ausgegebene Planungskosten: 2,6 Millionen Euro

Betriebskosten sowie weitere Planungskosten

Zur Umsetzung der U2-Verlängerung soll eine Projektbaugesellschaft gegründet werden. Die Finanzierung wird anteilig durch die Stadt und die Projektpartner getragen. Die genaue Aufteilung der Kosten befindet sich gegenwärtig in Abstimmung. Bereits jetzt steht fest, dass Bad Homburg auch bei einer verlängerten U2 keine zusätzlichen Betriebskosten tragen muss.

  • Projektbaugesellschaft: Die Finanzierung erfolgt anteilig durch die Stadt Bad Homburg und die Projektpartner. Kostenhöhe: etwa 4,5 Prozent der Baukosten
  • Baunebenkosten: Finanzierung anteilig durch die Stadt Bad Homburg und die Projektpartner Kostenhöhe: etwa 3 Prozent der Baukosten. Dabei ist eine Förderung der weiterführenden Planungskosten in Höhe von 15 Prozent der Betriebskosten möglich
  • Betriebskosten: Für Bad Homburg entstehen durch die U2-Verlängerung gegenüber heute keine zusätzlichen Kosten